Hinter den Kulissen: Karin Abriel Trauerrednerin

Aktualisiert: 17. Sept 2018


" Der Tod geht mir natürlich immer noch nahe,

jedoch lerne ich mehr und mehr, keine Angst mehr zu haben."


Womit verzauberst Du die Welt?


Ich arbeite unter anderem als Trauerrednerin.

Das heißt, ich spreche bei Begräbnissen, Verabschiedungen oder Beerdigungen den Nachruf der/des Verstorbenen.


Als Trauerrednerin werde ich dann geholt, wenn der/die Verstorbene keiner Konfession zugehörig ist.


Ich halte, in Absprache mit den Angehörigen, in der Aufbahrungshalle eine Rede, geleite den Sarg zum Grab und spreche dort auch noch einige Worte.


Berichte mal von einem typischen Arbeitstag. Was liebst du an deinem Tun?


Für jede Trauerrede treffe ich mich entweder persönlich mit den Angehörigen oder telefoniere vorab mit ihnen.


Diese Gespräche sind die Grundlage für meine Rede. Für mich ist es eine großartige Aufgabe, einen verstorbenen Menschen mit meinen Worten zu würdigen und die letzte Ehre zu erweisen.


Es ist mir sehr wichtig, mich auf alle positiven Aspekte des Lebens zu fokussieren und den letzten Weg des/der Verstorbenen mit meiner Rede wertschätzend und hoffnungsvoll zu begleiten.

Besonders dankbar bin ich für jeden Trost und jeden postiven Gedanken, den ich den Hinterbliebenen damit schenken kann.


Ist das, was du heute machst, schon immer dein Wunschberuf gewesen?


Ich habe mir nicht ansatzweise vorstellen können, als Trauerrednerin zu arbeiten oder auch nur irgendetwas zu tun, das mit Tod, Sterben und Vergehen zu tun hat.


Das lag viel an meiner eigenen Geschichte. Als Kind, und auch später, habe ich es vermieden, auf Friedhöfe zu gehen und habe jedes mal die Augen fest zugemacht, wenn ich an einem vorbei kam.


Vor einigen Jahren wurde ich dann durch Todesfälle im nahen Umfeld mit dem Thema erneut konfrontiert. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt bereits viel mit Schamanismus und anderen Herangehensweisen an das „Hinübergehen“ beschäftigt, unter anderem auch die Bücher der bekannten Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross gelesen.


Es war wie ein innerer Drang, mehr und mehr in diese Thematik einzutauchen. Es dauerte nicht lange und ich hielt meine erste Rede. Seit diesem Zeitpunkt erfüllt mich mein Tun sehr, und ich bin sehr dankbar, diese Aufgabe in meinem Leben zu haben.

Der Tod geht mir natürlich immer noch nahe, jedoch lerne ich mehr und mehr, keine Angst mehr zu haben.


Ich bin überzeugt davon, dass der Tod nur ein Übergang ist und dass es sehr wertvoll ist, wenn unsere Gesellschaft diesem so wesentlichen Thema des Lebens wieder mehr Bewusstsein und Achtung entgegenbringt.



Was sind deine größten Herausforderungen in Bezug auf Deine Talente und dein Business und wie gehst Du damit um?


Meine größte Herausforderung als Trauerrednerin – und wahrscheinlich auch mein größter Schatz – ist sicher meine Berührbarkeit.


Ich kann mich in einen anderen Menschen einfühlen und habe dabei immer wieder zu lernen, meine Grenzen zu achten und nicht „verschwimmen“ zu lassen.


Für mich ist es immer wieder herausfordernd mitzufühlen anstatt mitzuleiden, denn nur dann, kann ich in meiner Kraft sein und etwas geben.




Was sind deine Visionen / Ziele für die nächsten 3 Jahre?


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Ich wünsche mir mehr Bewusstsein und mehr „Hinschauen“ unserer Gesellschaft das Thema Tod betreffend. Ich möchte erleben, dass es kein Tabu mehr ist zu trauern und über Tod, Sterben und Übergang zu reden.


Ich wünsche mir, dass wir uns als Teil des Universums wahrnehmen, dessen Essenz – die Seele – unsterblich ist.


Ich möchte durch meine Arbeit mehr Bewusstsein und Offenheit schaffen können.


Lernen aus Erfahrung: Deine ganz persönlichen 2 Tipps für begabte Frauen, die sich (noch) nicht trauen, ihre Begabung im Business zu leben.

So „abgedroschen“ es klingen mag: Sei Dir Deiner Selbst und Deines Wertes bewusst. Komm raus aus der Opferrolle und lebe Dein Potential. Das, was Dich aus vollem Herzen erfüllt, Dir Kraft gibt und das unfehlbare Gefühl „ganz“ und „echt“ zu sein <3


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