Hinter den Kulissen: Sabine Omarow LRS- und Dyskalkulietrainerin

Aktualisiert: 17. Sept 2018

" Ich freue mich, wenn ich in die Praxis gehen kann, um dort meine Schüler zu betreuen."


Fotorechte: spuntnikeins fotografie

Womit verzauberst Du die Welt?


Ich habe einen schönen und wertvollen Beruf, den ich sehr liebe. Das Lesen, Schreiben und Rechnen ist heute für immer mehr junge Menschen ein Problem, aber nicht nur. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben es manchmal schwer, es zu erlernen oder sicher zu können. In Deutschland ist das leider ein großes Problem, denn wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Deshalb haben die Betroffenen oft große Selbstwertprobleme und denken zudem, sie wären nicht schlau. Sie geben sich oft genug auf.


Ich arbeite mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die eine Lese-Rechtschreibschwäche oder eine Rechenschwäche haben!




Berichte mal von einem typischen Arbeitstag. Was liebst du an deinem Tun?


Fotorechte: Sabine Hergemöller

Das Arbeiten mit dem Menschen macht mir wirklich am meisten Spaß! Ich freue mich, wenn ich in die Praxis gehen kann, um dort meine Schüler zu betreuen oder mich an den PC setze und über Zoom mit meinen Schülern arbeite.


Mein Tag beginnt mit der Vorbereitung der Stunden (immer 60 Minuten). Jede Stunde für jeden Schüler wird von mir vorbereitet. Ich schaue, was ich die letzten Stunden bearbeitet habe, welche Probleme aufgetaucht sind oder welches Thema ich weiterüben sollte. Unvorbereitet gehe ich niemals in die Stunde. Oft genug erstelle ich neue Übungsmaterialien, denn jeder Mensch ist anders, jeder Schüler also auch.


Ich überlege immer: Wie kann ich es meinem Schüler beibringen? Wie wird es für ihn leichter? Wie kann er es besser verstehen oder lernen, und zwar nachhaltig?

Nach der Vorbtereitung esse ich Mittag und fahre mit dem Bus nach Paderborn, wo sich meine Praxis befindet. Dort treffe ich dann also meine Schüler und arbeite mit ihnen.


Zum Schuljahresende kündigte eine Mutter den Vertrag für ihren Sohn. Er ging in die 9. Klasse und erschien mir bei unserem ersten Treffen depressiv. Er war traurig, nervös und hasste Mathe. Tatsächlich begann ich bei Null mit ihm, rechnete Plus und Minus . Vor der ersten Stunde hatte er seiner Mutter noch erklärt: „Da gehe ich nie wieder hin!“ Bereits nach unserer ersten Stunde meinte er, dass es ok sei. Er hat sich in diesem einem Jahr so verändert! Er lernte schnell, denn er gab sich in der Grundschule irgendwann einfach auf. So verpasste er den Rest. Jetzt haben wir alles aufgearbeitet und er merkte, dass Mathe gar nicht so schlimm ist. Er kam später lächelnd und begann sich mir zu öffnen und war richtig fleißig. Als seine Mutter nun also kündigte, sagte sie mir: „Irgendwie ist das komisch. Er hat sich so verändert!“


Das ist das Schöne an meiner Arbeit: Ich bringe nicht nur das Lesen, Schreiben und Rechnen bei! Es ist viel mehr! Ich verändere Lebensläufe zum Positiven. Es gibt nichts Schöneres!


Ist das, was du heute machst, schon immer dein Wunschberuf gewesen?


Als Kind und Jugendliche konnte ich mir nie vorstellen, eine Lehrerin zu werden. Lehren wollte ich nicht!


Doch dann kamen meine Kinder in die Schule und die Probleme begannen. Ein Kind hatte eine Legasthenie und ein Kind ist hochbegabt. Also beherrschte das Thema Schule über viele Jahre mein Leben. Um meinen Kindern zu helfen, besuchte ich Lehrgänge und Kongresse, später organisierte ich eine Selbsthilfegruppe für Eltern.


Irgendwann waren meine Kinder groß, ich arbeitslos und 40 Jahre alt. Da will man sich doch noch nicht zur Ruhe setzen oder gar 30 Jahre um Arbeit betteln müssen. Zudem hatte ich mir so viel Wissen angeeignet. Einfach schade, das nicht zu nutzen! Ich absolvierte zwei Fernstudien und nutzte die Chance, als die Ich-AG ins Leben gerufen wurde.


So kam ich zu meinem Beruf. Das Tolle dabei ist, dass ich so meine Berufung fand.



Was sind deine größten Herausforderungen in Bezug auf Deine Talente und dein Business und wie gehst Du damit um?


Davon gab es schon einige! Gerade zu Beginn merkte ich, was ich alles gar nicht wusste, bedacht hatte oder mir gar nicht erzählt wurde. Ich habe oft genug geheult, aber nie aufgegeben. Augen zu und durch! Ein Zurück gab es für mich nicht, auch wenn ich eine lange Zeit auf sehr viel verzichten musste. Da ich bei meiner Arbeit sehr viel Freude habe und so viel zurückbekomme, kam es mir nie wirklich in den Sinn aufzugeben. Geduld ist wichtig und sich auch mal helfen zu lassen. Irgendwann begriff ich: Du musst nicht alles alleine machen und auch nicht alles können.


Was sind deine Visionen / Ziele für die nächsten 3 Jahre?


Jedes Jahre werde ich nun einen LRS-Kongress zu den Themen LRS, Rechenschwäche und Lernmethoden veranstalten. Das ist mein Herzensthema und ich weiß viel mehr, als viele andere. Gerne gebe ich mein Wissen weiter.


Ich möchte unbedingt in die Lehrerausbildung hineinkommen. Die Lehrer haben oft wenig bis gar keine Ahnung von diesen Problemen, weil sie nicht darin ausgebildet werden. Das ist noch ein Traum, der sich hoffentlich in den nächsten Jahren verwirklichen wird. Denn ich habe so viel didaktisches Wissen, und genau das brauchen Lehrer.



Lernen aus Erfahrung: Deine ganz persönlichen 2 Tipps für begabte Frauen, die sich (noch) nicht trauen, ihre Begabung im Business zu leben.


1. Glaube an das, was du tust oder lass es sein!

2. Glaube an die Menschen, die zu dir kommen! Wenn du nicht an ihre Veränderung oder an sie glaubst, dann lass es sein, denn sie spüren es!

3. Habe Geduld! Geduld mit dir selbst und denen, die zu dir kommen!

4. Konzentriere dich auf ein Thema! Denn nur dann wird es gut!

5. Achte auf die Qualität deiner Arbeit! Nur Qualität bringt dich weiter!

6. Liebe außer deiner Arbeit noch etwas anderes, denn wir alle brauchen auch einen Ausgleich. Egal ob uns die Arbeit gefällt oder nicht! Achte auf deine Gesundheit!


Seid selbstbewusst, glücklich und gut gelaunt! Das ist die beste Medizin für euch und mich!


Mehr von Sabine gibt es unter: https://elopage.com/s/LRSKongress

www.sabine-omarow.de

https://lrs-kongress.com/


Du spürst, da geht noch mehr in deinen Leben?